

Sharanagati
Collected words from talks of Swami Tirtha
Oct
30
(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 04.01.2019, morgens, Sofia)
(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)
Erfolg ist einerseits das Ergebnis unserer Handlungen – eine Folge, die von den meisten Menschen so erwartet wird. Wir wissen aber, dass es hier noch einen weiteren Faktor gibt: die göttliche Vorsehung, der göttliche Wille, der die wahre Fruchtbarkeit unserer Handlungen ermöglicht. Erfolg im materiellen Sinne ist also kein Ziel, kein erstrebenswertes Ziel für uns. Denn wir wissen, dass er kein Ziel, sondern das Ergebnis richtigen Handelns ist. Mit richtigem Handeln können wir also die richtigen Ergebnisse erwarten.
Aber nicht der Erfolg selbst ist das Ziel. Wir müssen richtig handeln; dann folgt die richtige Reaktion, die richtigen Ergebnisse. Doch was geschieht, wenn man versucht, richtig zu handeln, und keine guten Ergebnisse, keinen Erfolg erzielt? Dann werden ihr beim nächsten Vortrag protestieren: „Maharaj, Entschuldigung, deine Version funktioniert nicht. Diese Philosophie ist falsch. Das ist mein Fazit: Mahaprabhus Mission ist fehlerhaft.“ Aber habt Geduld. Heilung geschieht manchmal durch stärkere Symptome. Zuerst steigt das Fieber, aber nur, um die Keime abzutöten. Manchmal überhitzt der Körper. Besonders, wenn man ein großer Heiliger ist. Ich habe von Heiligen gehört, deren Körpertemperatur 48 Grad Celsius betrug. Unmöglich – denken wir. Aber es ist möglich. Alles ist möglich. Natürlich ist es nicht das Ziel, unsere Temperatur zu erhöhen, um zu beweisen, dass wir große Heilige sind. Aber wenn es gegen alle Prinzipien der Biologie und des Gesundheitswesens verstößt, wundert euch nicht.
Erfolg ist also kein Ziel. Richtiges Handeln ist ein Ziel. Nun lasst uns ein anderes Ziel für die Menschen im Allgemeinen wählen. Nennt mir ein paar Ziele, ein paar Ambitionen der Menschen. Geld. Geld ist süßer als Honig. Ich denke, die meisten Menschen verstehen, dass es der Schlüssel zu ihrem Glück ist, richtig? Damit können sie alles erreichen, was sie wollen.
Aber welches Geschlecht hat Geld eigentlich? Weiblich, das weiß doch jeder! Warum weiblich? Das liegt an seiner Natur – es bewegt sich so schnell, bleibt nie an einem Ort. Vor allem nicht in unseren Taschen. Geld, Reichtum, ist also weiblich. Und wisst ihr, diese Geschlechtertrennung ist sehr nützlich, denn wir brauchen ein Gleichgewicht. Wenn zwei Männer aufeinandertreffen, nennt man das Streit. Wenn zwei Frauen aufeinandertreffen, nennt man das Unterhaltung. Aber wenn Geld und Frauen aufeinandertreffen, bedeutet das Ausgaben. Deshalb muss sich der Mann um die Geldangelegenheiten kümmern. Denn dann herrscht Gleichgewicht – zwischen Mann und Frau. Genau wie in einer Familie – Mann und Frau, plus Kinder. Nicht Mann und Mann plus Kinder. Oder nicht zwei Väter und eine Mutter. Manchmal kommt es vor. Denn dann ist das kosmische Gleichgewicht in dieser kleinen Einheit, in dieser Familie, vorhanden. Deshalb ist es wichtig.
Auch Geld ist eine Manifestation von Lakshmi Devi. Es gibt eine schöne Geschichte über einen jungen Mann, der sehr arm war und reich werden wollte. Also betete er zu Lakshmi Devi und verehrte sie. Er widmete ihr all seine Aktivitäten, all seine Gedanken, sein karma und sein gyana. Doch es gab praktisch kein Ergebnis, keine Verbesserung seiner finanziellen Lage – sein ganzes Leben lang war er arm. Schließlich, kurz vor seinem Tod, hatte er darshan mit Lakshmi Devi. Unser Freund war etwas frustriert und klagte: „Du bist zu spät gekommen. Ich habe mein ganzes Leben lang gebetet, und du kommst erst am Ende? Ich habe versucht, dich zu verehren, aber du hast mich vernachlässigt. Du magst mich nicht, das habe ich verstanden. Und das schmerzt mich.“ Doch dann sagte Mutter Lakshmi: „Nein, es ist genau das Gegenteil. Ich mag dich so sehr, dass ich dir meinen Segen nicht gegeben habe. Denn dann hättest du mich vergessen. Wenn du das Geld hättest, würdest du mich vergessen – die Quelle deines Reichtums. Jetzt bist du alt und denkst immer noch an mich.“ Glaube also nicht, dass fehlende Rückmeldungen mangelnde Zuneigung bedeuten.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Kunst des Reichtums von Zufriedenheit abhängt. Denn wenn man einen reichen Mann fragt, ob er zufrieden ist, sagt er normalerweise „nein“. Fragt man einen armen Mann, ob er zufrieden ist, wird er ebenfalls „nein“ sagen – wo liegt also der Unterschied? Nur der große Aufwand, ein Vermögen zu machen, ist ein großer Aufwand. Dieses Vermögen zu behalten, ist noch viel größer! Und wenn man es dann verliert, ist es sehr bitter.
Daher können wir noch einmal sagen, dass Geld kein Ziel ist, sondern ein Mittel zum Zweck. Geld kann für drei Zwecke verwendet werden. Erstens: Man verwendet es für den eigenen Lebensunterhalt und den der Familie usw. Zweitens: Man spendet es für einen guten Zweck. Und drittens: Man kann es verlieren. Das sind die drei Verwendungsmöglichkeiten von Geld.
Es ist ein Energiefluss. So wie wir beispielsweise im Anbau von Blumen Expertise erlangen, um sie unserem geliebten Mahaprabhu darzubringen, können wir auch lernen, mit dieser Energie achtsam umzugehen, um sie im Dienste anderer einzusetzen. Geld ist also kein Halbgott und kein Dämon. Es ist ein Instrument, eine Art Energie, die wir anwenden und im Dienste anderer einsetzen können.
(Fortsetzung folgt)
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