Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(aus einem Vortrag von Swami Tirtha, Abend des 10.01.2019, Sofia)

(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)

Frage von Yashoda: Könnten Sie bitte mehr über die spirituelle Trägheit sagen, die Sie erwähnt haben, und darüber, wie man tiefer in sein Inneres gelangt?

Swami Tirtha: Oh, die spirituelle Trägheit! Dieses Thema kenne ich sehr gut; und über das andere – tiefer zu gehen – weiß ich nichts. Ihr wisst, mein Thema ist Maya, Illusion, Brahman – das ist etwas, worüber ich sprechen kann. Aber Hingabe, göttliche Liebe, innere Einkehr…

Doch Spaß beiseite: spirituelle Trägheit – in diesem Zeitalter, in diesem Kali-Yuga, sind die Menschen in spirituellen Dingen träge. Für uns im Allgemeinen kommt Inspiration meist von sehr groben, sehr elementaren Ebenen. Höhere Inspiration – die verstehen wir nicht wirklich. Und spirituelle Dinge sind sehr erhaben; daher kann man allgemein sagen, dass die Menschen in spirituellen Belangen meist träge sind. Sie sind viel zu sehr von materiellen Ambitionen abgelehnt. Neulich haben wir über Karma, Vikarma und Akarma gesprochen – Handlung, sündhafte Aktivitäten und Handlungen ohne (materielle) Früchte. Aber es gibt eine besondere Kategorie von Karma: wenn man eine Gelegenheit für spirituellen Dienst verpasst. Das nennt man Nachlässigkeit. Man kann dies also auch als spirituelle Trägheit bezeichnen – man hat im richtigen Moment nicht gehandelt, und dieser Moment ist nun verloren. Jemand anderes hat diesen Dienst vollbracht. Deshalb müssen wir unsere Handlungsfähigkeit richtig einsetzen. Aber es reicht nicht aus, einfach nur beschäftigt zu sein – beschäftigt damit, Fortschritte zu machen. Denn wenn wir auf der äußeren Ebene bleiben, hilft uns das nicht wirklich weiter.

Du hast auch spirituelle Trägheit erwähnt, nicht wahr? Nun, auch auf verschiedenen Ebenen spiritueller Emotionen finden wir Trägheit. Als eine Art *Anubhava* oder besondere Folge bestimmter überwältigender Gefühlsregungen. Das kann man tatsächlich als positive spirituelle Trägheit bezeichnen – wenn man unfähig ist zu handeln. Erinnert euch  daran, wie sich Shrimati Radharani von Krishna vernachlässigt fühlte: Sie war so traurig, dass sie sich nicht bewegen konnte. Sie saß einfach auf der Erde und schrieb mit dem Finger in den Sand. Und hat auf den Moment des Wiedersehens gewarten.

Manchmal sehen wir also keine äußeren Handlungen, doch im Inneren geschieht sehr viel. Zu anderen Zeiten sehen wir zwar viel Aktivität auf der äußeren Ebene, aber im Inneren tut sich nichts – es findet keine Veränderung statt. In die Tiefe zu gehen bedeutet meiner Meinung nach, dass im Inneren mehr Dinge in Gang kommen.

(Fortsetzung folgt)



Leave a Reply