

Sharanagati
Collected words from talks of Swami Tirtha
Jan
16
(aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 12.08.2018, Ludasto)
(Fortsetzung vom vorigen Freitag)
Hast du einen Plan, wеnn du Krishna triffst? Hast du jemals daran gedacht? Zum Beispiel besteht deine Sadhana darin, morgens tausend Dandavats anzubieten. Du verneigst dich und plötzlich siehst du wunderschöne Lotusfüße vor dir. Hast du jemals daran gedacht? Was wirst du tun? „Warte, ich möchte meine Dandavats machen!“ Oder was? Also entwickle bitte deinen persönlichen Plan. Zumindest wirst du etwas haben, das du vergessen kannst, wenn du Ihn triffst. Wenn du nichts hast, das du vergessen kannst, was kannst du dann Krishna bringen?
Deshalb wollen wir dem Beispiel von Madhavendra Puri folgen. Tag oder Nacht – das spielt keine Rolle. Jeden zweiten Tag ein anderer Baum – das spielt keine Rolle. Sogar „Ich lebe ein asketisches Leben, also faste ich, und wenn jemand kommt und mir etwas Milch gibt, bin ich bereit, meine Bindung an meine Entsagung aufzugeben. Ich nehme sie.“ Aber die Frage ist da. „Wer bist du? Woher weißt du, dass ich faste?“
Denn zuerst müssen wir im Wachzustand unseren Geist kontrollieren. Dann – auch im Schlafzustand. Was bedeutet „Tag und Nacht verschmelzen“? In seinem Fall bedeutet es, dass er immer bei Krishna ist – ob wach oder schlafend. Er kommt immer zu ihm. Wie wurde es gesagt?„Ich habe tagelang gesucht und erwartet, dass du kommst. Wann wirst du kommen, damit du mir dienen kannst?“ Seht ihr, das ist die Qualität, nach der wir suchen. Nicht, dass ihr nach Gott sucht, sondern Er sucht nach euch. Das ist die Verbesserung! In den allerersten Vorlesungen habt ihr gelernt: Lebe nicht, um Gott zu sehen, sondern lebe, damit Er dich sieht. Was bedeutet das? Hier steht: „Ich habe darauf gewartet, dass du kommst und Mir dienst.“ So eine innige Verbindung!
Wenn ihr also lernen möchtet, was es bedeutet, ein guter Bhakta zu sein, ist dies die Methode. Madhavendra Puri weinte ein wenig. Ihr könnt euch vorstellen, was ein wenig Weinen für eine solche Person bedeutet. Ozeane von Tränen, Sturzbäche von Regen! Aber dann fasste er sich, weil er sich erinnerte: „Oh, ich muss etwas tun“. Seht ihr, deshalb wird euer spiritueller Meister manchmal sagen: „Oh, hör auf mit dieser romantischen Affäre. Lass uns etwas tun, realistischer sein. Die Teepause ist vorbei, geh zurück an die Arbeit.“ Das wird euch Frieden bringen. Wenn ihr euch auf euren Dienst konzentriert, wird es euch Frieden bringen. Kein Weinen mehr. Nur manchmal.
(Fortsetzung folgt)
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