Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 11.01.2019, morgens, Sofia)

(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)

Als Krishna auf der Erde seine Spiele spielte, waren die Gopals und Gopis seine engsten Diener und Partner in seinen fröhlichen und unschuldigen Spielen. Rupa Goswami teilte die Gopis in drei Kategorien ein. Die erste Gruppe besteht aus Gopis, die im selben Alter wie Krishna sind. Die zweite Gruppe umfasst die jüngeren Gopis, jünger als Krishna. Die dritte Gruppe überbringt Botschaften. Die erste Kategorie wird Samaja genannt, gemeinsam geboren, im selben Alter. Die zweite Gruppe, diese jüngeren Diener, werden Mandala genannt, gehören zum Mandala, zum inneren Kreis Krishnas. Die Boten werden Krishnas Gefolge genannt, Ghana – sie sind sein Volk. Oftmals denken wir, die Gopis seien eine einzige Gruppe. Nein, es gibt drei Gruppen. Natürlich gibt es viele Untergruppen und weitere Beschreibungen, aber fangen wir damit an: Gleichaltrige, Jüngere und Botinnen. 

Die gleichaltrigen Gopis werden ebenfalls in zwei Gruppen unterteilt: jene, die zum äußeren Kreis gehören, und jene, die zum inneren Kreis gehören. Da die Botinnen die Nachrichten überbringen müssen, kennen sie sich in ihrer Umgebung sehr gut aus, verrichten aber die meisten äußeren Dienste, da sie viel unterwegs sind. Und was ist mit der dritten Kategorie – den Jüngeren? Die Jüngeren gelten als die engsten Vertrauten, da sie Orte betreten dürfen, die anderen verschlossen bleiben. Die meisten von euch sind Eltern. Manchmal denkt man: „Ach, ich kann frei sprechen, weil mein Kind mich ja nicht versteht.“ Falsch. Kinder verstehen alles – natürlich ihrem Entwicklungsstand entsprechend –, aber sie spüren sofort, wenn man aufgeregt oder mürrisch ist, ein Problem hat oder fröhlich ist. Die Kleinen hingegen können jederzeit kommen. Es stört euch nicht, wenn euer kleines Kind in euer Bett krabbelt, oder? Aber wenn die Nachbarin, die normalerweise alle Neuigkeiten aus dem Dorf mitbringt, in euer Bett krabbeln will, lässt ihr das nicht zu, richtig? Manche Beziehungen akzeptiert man, andere nicht – verboten, auf keinen Fall! So heißt es, dass die jüngsten Gopis dort hineindürfen, wo anderen der Zutritt verwehrt ist. Und diese höchste Reinheit, diese kindliche Unschuld gilt als die höchste Errungenschaft des spirituellen Lebens. 

Und wer steht im Mittelpunkt all dieser dienenden Gopis, wer ist der Fokus ihrer Aufmerksamkeit? Das ist das Göttliche Paar. Man kann also sagen: dass die Gopis tanzen und um Radha-Govinda herumschwirren. Symbolisch ausgedrückt: Wenn die männlichen und weiblichen Prinzipien vereint sind, beginnt die Schöpfung – aber das ist so langweilig, so theoretisch! Doch wenn wir sagen: Radha und Govinda tanzen und alles dreht sich um sie, dann können wir dieses Geheimnis der Schöpfung auf poetische Weise verstehen. So erkennen wir, dass praktisch alles, was geschaffen wird, alles, was aus dieser göttlichen Quelle hervorgeht, dem Zentrum dient. Es steht nicht im Widerspruch dazu, sondern alles ist dem Zentrum zuträglich. Und genau das müssen auch wir in unserem Leben erkennen: Wenn unser geliebter Krishna im Zentrum ist, sollte alles, was wir haben, harmonisch seinem Zweck dienen. Dann können wir sagen, dass unser Leben in einer Mandala-Struktur angeordnet ist. Und das Mandala dient der Krafterzeugung – es ist eine Kraftstruktur. Wenn ihr euren Platz in einer Kraftstruktur findest, werdet ihr gestärkt. Stimmt ihr zu? 

Nehmen wir an, ihr schließt euch den Devotees an. Das bedeutet, ihr trettet in die Schülergemeinschaft der Sadhu-Sangha ein. Ihr könnt vielleicht nicht gut kochen, aber ihr sollt der Hauptkoch des Ashrams sein. Und wenn ihr euch ganz darauf einlässt, werden euch nach und nach Fähigkeiten übertragen. Vielleicht weinen die Devotees am ersten Tag wegen eure Suppe. Aber nach einem Monat werden sie anders weinen: Sie wird so gut, so süß, so wohltuend sein, dass sie vollkommen zufrieden sein werden. Oder manchmal solltet ihr der Hauptleiter des Bhajans sein. Und vielleicht weinen die Devotees am ersten Tag wegen euren Bhajans. Aber wenn ihr euch nach und nach qualifiziert, werden sie beim nächsten Mal andere Tränen vergießen. Ich meine, euch werden Kräfte übertragen, wenn ihr eure Rolle in der Schülergemeinschaft annimmt. Das ist sehr wichtig! Qualitäten werden sich zeigen.

(Fortsetzung folgt)



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