

Sharanagati
Collected words from talks of Swami Tirtha
Jul
30
(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 10.01.2019 abends, Sofia)
Swami Tirtha: Es ist nie zu früh, einer spirituellen Gemeinschaft beizutreten. Manchmal kommen wir etwas später. Manchmal genau richtig. Wie alt ist deine liebe Tochter?
Antwort: Fünf Monate.
Swami Tirtha: Seht ihr? Für sie wird es sehr einfach, genauso viel Zeit im hingebungsvollen Dienst zu verbringen wie zuvor ohne. Wie sieht es mit eurem Gleichgewicht aus? Je später ihr anfangt, desto schwieriger ist es, dieses Gleichgewicht zu erreichen. Wenn ihr beispielsweise mit 20 Jahren anfangt, müsst ihr genauso viel Zeit investieren, um dieses Gleichgewicht zu erreichen. Und mit 40 Jahren befindet ihr euch auf Augenhöhe: mit und ohne Hingabe. Je später wir anfangen, desto schwieriger ist es, dieses Gleichgewicht zu erreichen. Und natürlich geht es hier nicht nur um materielle Dimensionen, wie die Anzahl der Jahre, die man im hingebungsvollen Dienst verbracht hat, denn wir können sehr faul sein, obwohl wir hier sind; und wir können uns auch sehr intensiv unserer hingebungsvollen Praxis widmen. Die Intensität zählt also auch – wie viel Hingabe wir bereit sind, unserem Dienst zu widmen. Wenn wir zu spät anfangen, ist dieses mathematische Gleichgewicht vielleicht etwas, das wir in einem Leben nicht erreichen können. Denn wenn man mit 50-60 anfängt, ist es nicht sicher, ob man weitere 50-60 Jahre hat, um den früheren Lebensstil auszugleichen.
Aber zum Glück gibt es eine Abkürzung. Soll ich sie euch verraten? Nun, ihr müsst eine große Persönlichkeit werden. Denn für sie zählen Jahre anderthalbmal so viel. Sie verbringen ein Jahr, und es entspricht anderthalb Jahren. Oft spüren wir diesen Wandel der Dimensionen, nicht wahr? Sie verbringen einen Tag, und er fühlt sich wie ein Augenblick an. Manchmal vergehen nur wenige Minuten, und es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Sogar unsere Zeitwahrnehmung hängt von unserem spirituellen Zustand ab.
Das geschah auch Krishna, als er die Erde besuchte. Er war ein kleiner Junge und begann, sich wie ein Held zu verhalten. Er war seinem Alter, gerechnet nach Jahren, weit voraus – man sagt, mindestens anderthalbmal so alt. Ein Jahr von ihm wurde als anderthalbfaches Alter angerechnet. Als er also fünf Jahre alt war, war er in der Tiefe der Wirklichkeit sieben oder acht Jahre alt. Oder als er Vrindavan mit etwa neun oder zehn Jahren verließ, war er fast fünfzehn. Wenn ihr also die verlorenen Jahre eures Lebens ausgleichen möchtet, werdet bitte schnellstmöglich zu einer herausragenden Persönlichkeit und so könnt ihr eure Lebenszeit schneller aufwiegen.
Im “Shrimad Bhagavatam“– der wohl wichtigsten wissenschaftlichen Offenbarung Gottes – heißt es, dass selbst kurze Zeit in der Gesellschaft reiner Gottgeweihter oder erhabener Heiliger die vielen vergeudeten Leben vergangener Geburten ausgleicht. Deshalb sollten wir die uns gebotene Gelegenheit nutzen. Volle Erleuchtung kann in einem Augenblick geschehen. Doch die Vorbereitungszeit ist meist sehr lang. Wer hilft uns dabei? Die göttliche Einladung, der Drang, materielle Beschränkungen und Leiden zu überwinden, die Sehnsucht der Seele und die Unterstützung unserer Lehrer.
So beschäftigen wir uns derzeit mit einer ganz besonderen symbolischen Form – dem Mandala. Letzten Sommer haben wir in Ludashto, an unserem Wohnort, ein lebendiges Mandala erschaffen. Wir stellten die Verehrung und den Heiligen Namen in den Mittelpunkt. Anschließend versammelten wir uns alle konzentrisch um dieses Zentrum – auf einer schönen, harmonischen Weise. Vergesst nicht, dass wir besprochen haben, dass im Zentrum unseres Verständnisses des spirituellen Himmels eine Lotusblume steht. Sie ist durch eine quadratische Form geschützt, um sie von allem Äußeren abzugrenzen. Daher können wir sagen, dass die Anordnung von Goloka Vrindavan ein Lotus-Mandala ist. Und wir haben versucht, dieses lebendige Mandala in Ludashto zu erschaffen – bitte erkennt daher die Parallelen.
(Fortsetzung folgt)
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