Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 11.01.2019, morgens, Sofia)

(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)

Swami Tirtha: Was ist der Unterschied zwischen den beiden Mandalas – dem Krishna-Mandala und dem Gauranga-Mandala? Wer befindet sich in Krishnas innerstem Lotus-Mandala?

Antwort: Die jüngsten Manjaris.

Swami Tirtha: Ja, und im mittleren Kreis?

Antwort: Die gleichaltrigen Gopis.

Swami Tirtha: Und im äußeren Kreis?

Antwort: Die Botinnen.

Swami Tirtha: Nur Frauen, nicht wahr? Und in den Kreisen von Chaitanya Mahaprabhu?

Antwort: Nur Männer.

Swami Tirtha: Nun, nicht nur. Denn es wird ausdrücklich erwähnt, dass es im Navadvipa-Mandala eine Frau gibt, nämlich Jahnava Devi, die Gemahlin von Nityananda Prabhu; sie war eine sehr bemerkenswerte Persönlichkeit in der Sampradaya nach der Zeit Mahaprabhus.

Wir können verstehen, dass Krishna als direkter Avatar erscheint, denn das Wesen Gottes besteht – nach unserem Verständnis – darin, der Genießer zu sein. Er ist der Mittelpunkt der gesamten Schöpfung, die Ursache aller Ursachen, und alles Erschaffene – alles, was aus dieser Quelle hervorgeht – dient diesem Zweck. Das meine ich mit „Genießer“: dass Er den Dienst aller anderen annimmt.

Mahaprabhu erschien in verborgener Gestalt als *Gupta-Avatar*. Er kam nicht in Seiner vollen göttlichen Pracht. Er kam nicht als Empfänger all der Dienste der erschaffenen und manifestierten Energien. Sondern Er kam als Geweihter, Er kam als Diener Gottes. Und Er definierte sich selbst so: „Ich bin kein gelehrter Brahmane, ich bin dies nicht, ich bin jenes nicht. Ich bin vielmehr ein Diener des Dieners der Diener des Höchsten.[1]“ Er führte also das Leben eines Asketen. Und was kann man von einem Asketen erwarten? Dass er im Mondschein mit jungen Frauen tanzt? Man sollte einen solchen Asketen besser meiden.

Dennoch besitzen Seine engsten Diener, die Goswamis, ursprünglich diese Gopi-Stimmung. Obwohl auch die Goswamis Asketen waren, verkörpern sie in ihrer ursprünglichen Form dennoch die unschuldige Hingabe und Dienstbereitschaft der Gopis.

Daher können wir sagen, dass das Radha-Govinda-Mandala und das Gauranga-Mandala Yoga-Pithas sind – Orte, die dazu dienen, die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Genau wie Yantra-Mandala-Strukturen im Allgemeinen dabei helfen, unsere Aufmerksamkeit zu bündeln, indem man sich von der äußeren Welt immer mehr dem Wesenskern, dem Durchbruch, nähert. Doch hier, in diesen göttlichen Mandalas, wissen wir, wer im Zentrum steht, und wir wissen, wer sich auf den verschiedenen Ebenen dieser Struktur befindet.

Bitte tretet also ein; ihr habt eine Einladung erhalten. Komm näher an dieses tanzende Paar im Zentrum heran. Dann wird euer Leben erhaben sein.

(Fortsetzung folgt)

1. Chaitanya Charitamrita, Madhya Lila, 13.80



Leave a Reply