Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(Aus einem Gespräch über die Rolle der Frau mit Swami Tirtha, 13.08.2018, Ludashto)

(Fortsetzung vom letzten Freitag)

Labanga: Gurudev sagte einmal, dass Kinder als karmische Konsequenz in Familien geboren werden. Aber gibt es darüber hinaus auch solche, die nicht aufgrund von Karma, sondern aus Karma geboren werden?
Swami Tirtha: Manche Kinder werden aus Dharma geboren. Oder sie werden für Dharma geboren. Wie Krishna in der Gita sagt: „Ich bin das Sexualleben, das nicht gegen Dharma ist.“ Das bedeutet, dass es Kinder gibt, die aus Dharma geboren werden. Und er sagt: „Ich bin das ultimative Ziel“, also wird es Kinder geben, die geboren werden, um Dharma zu erfüllen. Auch Propheten kommen auf diesen Planeten Erde, auch der Herr Jesus kam auf die eine oder andere Weise. Sogar Sanyasis kommen von Müttern. Ihr seid also eine heilige Institution.
Einmal in der Antike sagte eine Schülerin über ihren spirituellen Meister: „Falls mein Meister wieder auf die Erde kommen muss, bin ich bereit, seine Mutter zu werden.“ Wow! Ist das nicht würdevoll? Ist das nicht eine dienende Haltung? Ist das nicht Dharma? Unglaublich! Also bitte, verehrt diese klassischen Ideale.
Shyama Tulasi: Ist die Erfüllung der Pflicht einer Frau zwingend durch das Kinderkriegen verbunden?
Swami Tirtha: Nein, das ist nicht zwingend. Aber es ist durchaus möglich, dass es so üblich ist. Ich habe es erlebt – es tut mir leid, wenn sich jemand angegriffen fühlt – aber manchmal, wenn junge Frauen in den Ashrams leben, beschwerten sie sich: „Ach, es ist so schwer, ach, heute bin ich so müde, dass ich nicht zum morgendlichen Arati aufstehen kann. Nein, nein, dieser Dienst ist zu anstrengend für mich.“ Aber als sie anfingen, Kinder zu bekommen, gab es fünf Jahre lang keine ruhige Nacht, ohne jeden Kommentar. Daher denke ich, dass Kinder zu haben eine sehr gute Lektion ist, eine sehr gute Gelegenheit für selbstlosen Dienst. Es ist nicht eine Verpflichtung, aber was ist es verpflichtend zu sein? Gib dein Leben jemandem, widme dich etwas. Seva, zu dienen ist eine Verpflichutng. In welcher Form – das spielt keine Rolle. Wir müssen uns etwas widmen.
Adidevi: Als wir über Würde sprachen, schien es mir, als ginge es auch um Demut. Würde ist fast gleichbedeutend mit Demut. Vor einer Woche stieß ich auf drei Definitionen von Demut von Bhakti Vigyana Goswami. Sie ähnelten sehr dem, was Gurudev sagte. Bhakti Vigyanas Worte waren, dass Demut bedeutet, den Sinn des Lebens zu kennen. Demut bedeutet innere Sanftheit. Demut bedeutet Anpassungsfähigkeit – die Intelligenz, sich jeder Situation anzupassen. Und tatsächlich werden Demut und Würde zu einem Begriff – ist das so?
Swami Tirtha: In diesem Sinne können wir ja sagen. Denn in unserem Verständnis ist Demut nicht gleichbedeutend mit Demütigung. Demut ist eine hohe, unwiderstehliche Kraft. Niemand möchte gedemütigt werden, aber das ist nicht positiv, nicht gut.
Also vergesst nicht euren Zeitrahmen. Einmal traf ich eine Frau bei einem Vortrag. Sie war um die 50.
Und sie sagte: „Ah, jetzt gilt mein ganzes Interesse den spirituellen Dingen. Ich gehe zu diesem Vortrag, ich gehe zu jenem Vortrag, ich möchte praktizieren. Und als ich jung war – nur Liebe…“ Ich denke, das ist sehr realistisch. Aber warum nicht Spiritualität in diese Zeit der Liebe einbeziehen – ich sage nicht als Ersatz –, in diese Zeit der Liebe. Verschwendet keine Zeit, die Romantik wird vergehen. Ich bin nicht pessimistisch, ich bin realistisch. Was wird bleiben? Spirituelle Werte, spirituelle Errungenschaften werden uns erhalten bleiben. Also verbinde es. Bhaktivinod Thakur sagt: „Selbst wenn du mit jemandem streitest, verbinde das mit Krishna.“
Ich denke, der Zeitrahmen ist sehr wichtig. Das Alter bringt auch etwas Würde mit sich. Denn man kann sich mehr auf die ewigen Werte konzentrieren. Und man hat viel Erfahrung. Warum also nicht diese Weisheit rechtzeitig erlangen? Warum zu spät kommen? Fang jetzt an.
Wir haben auch über Dienst und Opferbereitschaft gesprochen. Sei bereit, dein Leben etwas, jemandem, einem Ideal, einem Dienst zu widmen. Wir haben auch darüber gesprochen: Etwas zu erreichen ist Rajas, etwas zu verlieren ist Tamas, etwas zu bewahren ist Sattva.

(Fortsetzung folgt)



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