

Sharanagati
Collected words from talks of Swami Tirtha
(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 06.01.2019 abends, Sofia)
(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)
Frage: Sie sprachen von Falschheit und Echtheit, Wahrheit und Unwahrheit. Heutzutage gibt es bereits viele Computer und künstliche Intelligenzen, die Emotionen besser lesen können als jeder Mensch. Sie können in der Medizin, als Anwälte, als Buchhalter und in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden. Auch die Biotechnologie entwickelt sich rasant. Wissenschaftler versuchen, den Menschen zu „hacken“, ihn in einen Algorithmus zu verwandeln: Sie können vorhersagen, was man isst, was man tut, wann man schläft. Wenn sie versuchen, ein ultimatives, sagen wir, spirituelles Wesen zu erschaffen, eine Art Guru … Wenn so etwas möglich wäre, was macht dann einen Menschen zum Menschen, was macht einen Guru zum Guru?
Swami Tirtha: Der Lebensalgorithmus basiert auf drei Prinzipien: Du bist eine Seele, du gehörst zu Gott, und es besteht eine liebevolle und lebendige Verbindung zwischen euch beiden. Das sind die Lebensregeln, das ist der Lebensalgorithmus. Und es gibt diesen Wettstreit zwischen künstlicher Intelligenz und den Menschen. Doch wisst ihr, Weisheit ist nicht ein Haufen Informationen, sondern das Wissen, das Bewusstsein der wichtigsten Wahrheiten, des Wesens. Das ist ein großer Unterschied. Die Speicherkapazität künstlicher Informationen überstieg bereits in den 70er Jahren die gesamte Speicherkapazität des menschlichen Gehirns. In diesem Sinne können wir sagen, dass dieser Wettstreit auf der Informationsebene verloren ist. Aber er ist auf der Ebene des Lebens, der Emotionen oder des künstlerischen Ausdrucks definitiv nicht verloren.
Ihre Frage, was einen Menschen zum wahren Menschen macht, ist sehr wichtig. Denn wir haben eine birnenartige Natur. Wir ähneln dem Baum. Wir ähneln dem Ideal. Der menschliche Körper, wird beispielsweise mit einer kleinen Welt verglichen. Und die Welt wird mit einem riesigen menschlichen Körper verglichen. Makrokosmos und Mikrokosmos. In gewisser Weise können wir also sagen, dass wir göttliche Eigenschaften in uns tragen. Wir sind ursprünglich Cit-Kana, die Funken des Bewusstseins. Und das ist sehr hilfreich, um diese Beziehung zu verstehen, denn das Feuer ist das Feuer, und wir sind die Funken – wir teilen dieselben Eigenschaften, aber die Qualität ist anders. Und wir brauchen keinen Computer, um das zu verstehen. Übrigens, wisst ihr, was die Definition eines IT-Managers ist? Jemand, der sein ganzes Leben lang Probleme löst, die ohne Computer gar nicht existieren würden. Das ist keine besonders hohe Aufgabe. Der Strom geht aus und irgendwann geht auch der Computer aus. Deshalb müssen wir uns manchmal auch praktisches Wissen aneignen.
Aber die andere Frage war: Was macht einen Guru zu einem Guru? Eine Eigenschaft ist das Licht, der erleuchtete Zustand. Denn ein Guru ist ein Licht, das unsere eigene Dunkelheit vertreibt. Und die andere Bedeutung des Wortes Guru ist „schwer“. Er ist unerschütterlich in seiner Überzeugung. Was einen Guru also zum Guru macht, ist seine Rolle als Schüler – das ist die wahre Qualität. Ein Schüler seines eigenen Meisters. Das ist also eine sehr wichtige Eigenschaft. Es gibt noch viele weitere, aber ich denke, für heute genügt das.
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