Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 03.01.2018 abends, Sofia)

(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)

„Einmal beklagte sich ein großer, verwirklichter Weiser darüber, dass der höchste Herr Krishna in Dvaraka lebt, aber dass er es nicht nutzen konnte, Ihn zu sehen. Nachdem er darüber nachgedacht hatte, wurde der Weise sofort fassungslos. Er dachte, dass er einfach seine Zeit verschwendete. Mit anderen Worten, der Weise beklagte sich, weil die höchste Persönlichkeit Gottes persönlich anwesend war, aber er konnte dies aufgrund seiner Meditation immer noch nicht nutzen.
„Als Lord Krishna zusammen mit seinem älteren Bruder Balarama und seiner Schwester Subhadra, anlässlich einer Sonnenfinsternis in einem Streitwagen nach Kurukshetra kamen, erschienen dort auch viele mystische Yogis. Als diese mystischen Yogis Lord Krishna und Balarama sahen, riefen sie, dass jetzt durch den Anblick der hervorragende körperlichen Ausstrahlung des Herrn, sie das Vergnügen vergaßen, das aus der unpersönlichen Brahman-Erkenntnis resultiert. In diesem Zusammenhang einer der Mystiker trat an Krishna heran und sagte: „Mein lieber Herr, Du bist immer erfüllt von transzendentaler Glückseligkeit, übertriffst alle anderen spirituellen Positionen. Und so, einfach dadurch, dass ich Dich von einem entfernten Ort aus sehe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es nicht nötig ist, dass ich mich im transzendentalen Glückseligkeit befinde.
„Bilvamangala Thakura sagt in seinem Buch Krishna-Karnamrita: „Lass Unpersönlichkeitsanhänger sich im Prozess transzendentalen Verwirklichung engagieren, indem sie den unpersönlichen Brahman verehren . Obwohl auch ich in diesen Weg der Brahman-Erkenntnis eingeweiht wurde, habe ich mich jetzt von einem  Unruhestifter in die Irre führen lassen– einem, der sehr schlau ist, der sehr mit den Gopis verbunden ist und der mich zu seinem Diener gemacht hat. So, das ich mittlerweile den Prozess der Brahman-Erkenntnis vergessen habe.“
Bilvamangala Thakura wurde zuerst spirituell eingeweiht, um die unpersönliche Verwirklichung der absoluten Wahrheit  zu erreichen, aber später wurde er durch seine Verbindung mit Krishna in Vrindavana ein erfahrener Anhänger. Das Gleiche geschah mit Shukadeva Gosvami, der sich ebenfalls reformierte. Er selbst begab sich durch die Gnade des Herrn auf den Weg des hingebungsvollen Dienens und gab den Weg der unpersönlichen Verwirklichung auf.“ [1]

Hier werden diese verschiedenen Konzepte von Gottheit praktisch diskutiert. Ob wir Seine allgemeine Präsenz, seine göttliche Schwingung und seine Energieplattform wahrnehmen; oder wir sehen ein persönliches Gesicht, eine persönliche Form. Manchmal verlieren wir aufgrund dieses göttlichen Glanzes unsere Vision. Wir sehen das Gesicht des Höchsten nicht hinter diesem Glanz. Ohne die Sonne gibt es keinen Sonnenschein, genauso gibt es ohne das Gesicht dahinter keine Emanation. Ohne die Person dahinter gibt es keine Ausstrahlung irgendwelcher Energien. Deshalb ist es ein sehr schönes Gebet: „Oh mein Herr, mächtig wie das Feuer, bitte, entferne diesen Glanz, der Dich bedeckt, der Dich von mir verbirgt. Schau und zeige mir Deine ursprüngliche Präsenz.“
Und normalerweise gilt für diejenigen, die sich in dieser passiven Stimmung in der Beziehung zum Höchsten befinden, erwähnt dass: „Nach Ansicht einiger Autoritäten kann dieser Zustand nicht als transzendentale Beziehung oder Rasas akzeptiert werden, aber Shrila Rupa Gosvami sagt das, selbst wenn man es tut, muss man es dennoch als die Ausgangsposition von hingebungsvollen Dienst sehen. Allerdings, falls man nicht seine Dienste an Gott verwirklicht, wird derjenige auch nicht auf die transzendentale Platfform geligen. In dieser Verbindung, im elften Canto des Shrimad-Bhagavatam erteilt Lord Krishna persönlich Anweisungen an Uddhava: „Derjenige der sich auf meine persöhnliche Form konzentriert hat, befindet sich in Shanta-Rasa Position. Und ohne sich in dieser Position zu befinden, kann niemand zur tatsächlichen reinen Andacht gelangen.” Mit anderen Worten: Niemand kann  eine persönliche Beziehung mit dem Höchsten erreichen, ohne zumindest in Shanta-Rasa angesiedelt zu sein.“ Also zuerst sollten wir in Shanta-Rasa standhaft sein, um weiter voranzukommen.

1. Der Nektar der Hingabe, Kap. 35

(Fortsetzung follgt)



Leave a Reply