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Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




„O Partha, glücklich sind die Ksatriyas, denen sich unverhofft solche Gelegenheiten zum Kampf bieten, da ihnen dadurch die Tore zu den himmlischen Planeten geöffnet werden“*
Dieser Vers ist wie eine Einladung für Ksatriyas, besser gesagt für Ritter. Gibt es einen Ritter in diesem Raum? Einen versteckten Ritter? Die Ritterzeit ist vorbei, solcherlei Art von Mensch gibt es nicht mehr, diese Menschen sind vermisst. Die Ritter lebten ein Leben in Strenge, sie waren mächtig und stark, sie widmeten anderen Menschen ihr Leben und sie waren stets bereit anderen zu helfen. Durch ihre Verbindung mit Gott waren sie sehr kräftig und konnten deswegen anderen zu Hilfe stehen. Jetzt leben wir in einer solchen Zeit wo wir glauben, wir können alle unsere Angelegenheiten ohne Gott lösen. Heutzutage nützen wir Maschinen, Geld, Energie oder sonst was um unsere Probleme zu lösen. Nun, wir sollten nie vergessen, dass der Segen nur von Gott kommt, von seiner Berührung. Wir sind bestimmt keine Ksatriyas im klassischen Sinne, und wenn ich euch fragen würde, ob es
in diesem Raum ein Kämpfer gäbe würden mehrere von euch mir antworten: „Ja, ich bin bereit zu kämpfen…für ein Paar gute Dinge…für meine Sache…“. Ohne Gott werden Sie nur zu einem Straßenkämpfer anstelle eines Ritters. Und deshalb sollten wir nie vergessen; alles kommt durch Gottes Berührung! Ksatiryas sind Kämpfer für die Wahrheit, und sie kämpfen nicht für eigene Interessen. Was ist die Pflicht eines Kämpfers? Offensichtlich das Kämpfen, aber nur für das höhere Prinzip, und das ist die Eigenschaft und Qualität eines Heiligen – die Bereitschaft, sein eigenes Leben anderen zu widmen und sich dem höheren Zweck hinzugeben. Das ist eine sehr wichtige Definition von Heiligen, sie widmen sich selbst dem Höchsten. Ein heiliger Kämpfer ist bereit sein Leben darzubringen für das geistige Wohl der anderen. Wenn ein Ksatriya am Schlachtfeld kämpft, er hat zwei Möglichkeiten. Entweder er gewinnt und nimmt sich alles, oder er stirbt und erreicht den Himmel. Für einen Ksatriya ist es genug, nur einmal zu sterben- für die Perfektion! Der Tod am Schlachtfeld – der Himmel wird erreicht!
Es gibt aber im Kastensystem weitere Gruppen von Menschen, wie z. B. die Brammanas, und solche Leute müssen auch viele Male sterben. Ihr Fortschritt macht ihnen keine einfache Transaktion; nach dem Tod wird einfach der Himmel erreicht? Nein, so schnell nicht. Brammanas sterben wegen eines zu niedrigen Bewußtseinsniveaus, sie müssen auch weiter Fortschritte machen. Alle Schritte die sie machen ist eine Todesart, sie sterben für den Geliebten, und werden jedes Mal für ein höheres Niveau wiedergeboren, für einen noch höheren Zweck. In diesem Sinne sind wir alle Brammanas, und wir sollen nicht unsere Wiedergeburten fortsetzen, wir sollen unsere Wiedergeburten für höhere Zwecke nützen. Ein Brammana kämpft mit sich selbst, er will etwas über sich selbst gewinnen. In heiligen Schriften wird gesagt: „ Der beste Gewinn ist schon verloren!“ Und der beste Gewinn ist es, sich selber zu gewinnen. Jemand der über dieses Wissen verfügt ist intelligent, jemand der das versteht ist Weise, jemand der alles überwindet ist mächtig und jemand der sich selbst gewinnt, ist ein Held.
Also sollen wir alle Ksatriyas werden, wir sollen Helden und Brammanas werden, wir sollen uns alle guten Eigenschaften aneignen. Wenn wir nur symbolische Krieger sind, und gegen unsere Unzugänglichkeiten gewinnen möchten, dann sollen wir auch viel
riskieren, wir sollen unsere Mangel bekämpfen, und sich für das höchste Ziel einsetzen. So, das wars, über Ksatriyas…Weiters wird imVers gesagt; Ksatriyas sollen beim kämpfen ein Glücksgefühl empfinden. Also, tun Sie nicht viel klagen, ich habe so schlechte Gewohnheiten, ich bin voll von Sünde, ich habe keine Kraft… Schließlich haben wir vieles zu bekämpfen und letztendlich sind wir am spirituellen Leben beteiligt. Unsere unzulänglichkeiten und unsere Mängel sind nur von Vorteil, und die Gelegenheiten sie zubekämpfen kommen von selbst. Manchmal denken wir, der Krieg sei vorbei undFriede herrscht…und dann kommt ganz unerwartet eine neue Attacke auf uns zu, und wir verlieren unsere Beherrschung: „Nein, schon wieder!“ Wir sollten froh sein, immer wieder eine Gelegenheit zum kämpfen zu bekommen, zu zeigen, wohin unsere Kraft gerichtet ist. Also, sollen wir uns glücklich betrachten wenn noch eine Möglichkeit zu kämpfen auf uns zukommt. Auf diese Weise machen wir sichere Fortschritte. Bitte denken Sie nicht an diesen Vers wenn bei Ihnen alles gut läuft, sondern gerade dann wenn die Schwierigkeiten kommen. Denken Sie an ihn gerade dann wenn Sie das Gefühl haben: „Ich habe genug!“ Sie sollen sich erinnern: „ Ich soll glücklich sein noch eine Chance für dem spirituellen Kampf zu bekommen!“ Und zusätzliche Kraft wird ihnen gegeben.
Vortrag von B.K. Tirtha Maharaj
Am 28. Feb. 2007 Sofia

*„Bhagavad-gita” 2.32



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