Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 04.01.2018 vormittags, Sofia)

(Fortsetzung vom vorherigen Freitag)

„Anhänger, deren Beziehung zu Krishna der eines Dieners und Meisters gleicht,  empfinden Zuneigung und Ehrfurcht für Ihn. So eine ehrfürchtige Liebe zeigen einige der Bewohner von Gokula (der Manifestation von Vrindavana auf der Erde). Oft sagten sie: „Krishna erscheint immer mit dunkler Haut vor uns, wie eine dunkle Wolke.“ In seine Lotushände  hält Er seine schöne Flöte. Er ist in gelbe Seide gekleidet und in seinem Haar ist eine Pfauenfeder eingewebt. Wenn Krishna um den Hügel Govardhana in dieser Gestalt geht, die Bewohner der himmlischen Planeten sowie die Bewohner von Erde, spüre transzendentale Glückseligkeit und betrachte sich als ewige Diener Gottes.“ [1]

Hier zeigen sich also etwas intensivere Gefühle. Es gibt jedoch eine Ehrfurcht, denn in dieser Stimmung betrachten wir Gott als überlegen; gleichzeitig dies ist der Beginn einer innigeren Beziehung. Rupa Goswami beschreibt weiter, wie Devotees manchmal sich an Krishna errinnern, wenn sie Lord Vishnu sehen, der eine ähnliche Farbe hat, aber vierarmig ist und ist der majestätische Aspekt des Herrn.

„Ein anderer Anhänger sagte einmal: „Aus den Poren des Körpers des Höchsten Millionen von Universen haben ihren Ursprung. Gott ist ein Ozean der Barmherzigkeit, des Besitzens und urchdringliche Energien und alle Vollkommenheiten, Er ist die Quelle aller Inkarnationen und zieht alle befreiten Seelen an. Diese Höchste Persönlichkeit Gottes ist der höchste Herrscher und das höchste Objekt der Verehrung. Er ist allwissend, unnachgiebig und reich. Er ist die Verkörperung der Barmherzigkeit und Beschützer hingebungsvoller Seelen,  Er ist großzügig, treu seiner Versprechen, geschickt, allgut, mächtig und tugendhaft. Er weicht nie von Schriften ab und ist der Freund der Devotees. Er ist großzügig, einflussreich, dankbar, Respekt würdig, geehrt und erfüllt mit allen Kräften. Er gehorcht immer der reinen Liebe. Zweifellos ist Er die einzige Zuflucht der Devotees, die mit ihm verbunden sind, mit der Liebe des Dieners.“
Ich denke, aus dieser Beschreibung können wir erkennen, dass dies der Gott ist, zu dem es sich gehört zu dienen. In jeder Hinsicht perfekt. Welchem ​​Gott würdet ihr gerne dienen? Von einem halb perfekten, halb unfähigen, halb verrückten Gott? Wir wollen dem dienen der vollkommene Gott. Warum? Denn Gott ist vollkommen und wenn  der Diener mit Dem vollkommener Gott verbunden ist, vielleicht wird auch der Diener diese Eigenschaft erwerben – Vollkommenheit. Nicht gleicher Status, aber gleiche Qualität.
Und was für einen spirituellen Führer braucht ihr? Wir erwarten, dass er perfekt ist. Nicht halb perfekt, 50/50. Ein bisschen für Gott und ein bisschen für mich – nein. Natürlich, unsere Erwartungen sind oft übertrieben. Aber das ist der Weg: Sucht das perfekte Beispiel und folgt es perfekt nach. Dann werdet ihr  auf eure spirituelle Reise gehen. Weil wenn wir diese so reine Vision entwickelt haben – die spirituellen Qualitäten der Menschen um uns herum wahrzunehmen, nicht ihre materiellen Qualitäten. Kritisiert ihr den Vollmond nicht dafür, dass er Flecken hat. Was seht ihr? Die Flecken? Das bedeutet, dass ihr den Vollmond nicht seht.

(Fortsetzung folgt)

1. „Der Nektar der Hingabe“, Kap. 36



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