Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 09.01.2019, morgens, Sofia)

Heute möchte ich ein wichtiges Thema mit еuch besprechen: die Lotusblume des Herzens. Oftmals verbinden wir mit dem Herzen Emotionen oder Sentimentalität. Doch wir müssen uns über diese Ebene des menschlichen Daseins im Klaren sein. Denn sie ist ein Tor zur höheren, göttlichen Wirklichkeit, und deshalb müssen wir sie genau verstehen und richtig erfassen. 

Bitte lehnt euch nicht an den Altar. Wir sollten den Tempel unterstützen, nicht uns an ihn lehnen. Stimmt ihr dem zu? Ich meine nicht das Stützen oder Anlehnen – das ist selbstverständlich. Ich frage nicht nach eure Zustimmung, ihr solltet dies akzeptieren. 

Gut, bleiben wir kurz bei diesem Thema. In guten Zeiten kommen wir zum Tempel. Das ist der bessere Fall; wenn es uns sehr gut geht, gehen wir gar nicht in den Tempel – das ist die Zeit, unser Leben zu genießen. Aber wenn man in Schwierigkeiten ist, sucht man sofort den Weg zum Tempel, richtig? Und man wartet auf Hilfe, Unterstützung und Führung. In gewisser Weise ist das normal, kein Problem. Aber wenn man die spirituellen Zentren nicht unterstützt, wenn man in guter Verfassung und in der Lage dazu ist, warum erwartet man dann, dass einem jemand in der Not hilft? Wir alle erwarten Hilfe; bitte seid auch bereit, eure Unterstützung zu geben. Das ist gesunder Menschenverstand. Dies ist ein gemeinsame Quelle der Hilfe und des göttlichem Segens. Jeder kann sich einen Becher aus diesem Nektar nehmen. Aber bitte, gebt auch etwas dazu. Denn wenn ihr in Not seid, könnt ihr kommen. Wenn ihr nicht geben könnt, müsst ihr nehmen. Aber wenn ihr teilen könnt, wenn ihr geben könnt, tut es bitte! Die Zeit wird kommen, in der ihr in Not seid; Oder wenn andere in Not sind. Wir müssen jetzt sammeln, um später zu teilen.

Versucht, dieses gemeinsame Verständnis zu entwickeln; es ist wie eine Selbsthilfegruppe. Wenn ich allein bin, muss ich alle Probleme des Lebens selbst lösen. Aber wenn ich lerne, Teil einer vereinten Gemeinschaft zu sein, vervielfachen sich meine Kräfte. Ist es nicht ein gutes Gefühl, Freunde zu haben, wenn man in Not ist? Es ist ein gutes Gefühl; also seid auch als Helfer da, nicht nur als Empfänger. Vergesst dieses Prinzip nicht.

Wenn ihr eine große Veranstaltung organisiert, sagen wir, 200 Menschen kommen zu einem Abendvortrag, und eine Person muss das Prasadam finanzieren, ist das schwierig. Aber wenn sich 100 Menschen an der Finanzierung beteiligen und 200 Menschen am Empfang teilnehmen, ist das kein Problem. Denn wenn wir vereint sind, vervielfachen sich unsere Kräfte. Wenn wir gespalten sind, werden selbst unsere größten Fähigkeiten geschwächt. Deshalb bitte ich euch, vereint zu sein! Nicht aus materiellen Gründen, sondern im Geiste.

Lasst uns über die Herzplattform des menschlichen Lebens sprechen? Shyama Tulasi, erzähl uns etwas über das Herzchakra.

Shyama Tulasi: Da es zwischen den unteren und den oberen Chakren liegt, ist es der Ort, an dem Geist und Materie sich begegnen. Und in dem Maße, wie man sein Herzchakra wahrnehmen kann, in diesem Maße kann man den Tanz des Lebens tanzen.

Swami Tirtha: Ah, ich dachte, es ginge darum, in Mahaprabhus Mission zu tanzen. Gut, danke. Das ist eine sehr wichtige Information. Und sie zeigt tatsächlich die grundlegende menschliche Natur. Der untere Teil ist etwas instinktiv. Der obere Teil ist etwas zu intelligent. Können wir also sagen, dass wir Menschen instinktive Intelligenz oder intelligente Instinkte sind? Oder können wir sagen, dass wir halb Tier, halb Engel sind? Etwas dazwischen? Und dieser Schnittpunkt, dieser Querschnitt, entscheidet darüber, ob dieser oder jener Teil überwiegt. Ich denke, du hast eine sehr tiefgründige Erklärung gegeben. Das bedeutet, die emotionale Identität, das emotionale Ego eines Menschen, entscheidet darüber, ob er ein Tier oder ein Engel ist. Deshalb müssen wir diese emotionale Grundlage kultivieren, sie immer weiter reinigen. Denn sonst werden die Instinkte einen Schatten auf unsere emotionale Identität werfen.

(Fortsetzung folgt)



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