Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




Um ein Transfer – ein Übergang von einem Bewusstseinzustand in einen anderen – zu vollbringen, wird ein Medium benötigt, eine spirituelle Autorität. Wir haben schon über den Prozess diskutiert. Das ganze gleicht einem Einschlafen und Wiederaufwachen. Aber was ist eigentlich der Prozess des spirituellen Erwachens? Wie nennt man das? Das nennt man Initiation – Einweihung, und was ist ihrer Meinung nach die Einweihung?
Yasoda: “Zweite Geburt!“
Hari-Lila: “Es ist ein Ausdruck einer Absicht“
Ramvijay: “Spirituelle Aufforderung zum Tanz“
Kripadam: “Der Erste Schritt zur Kapitulation“
Prema-Lata: “Wenn jemand in bestimmten Kreisen anerkannt wird“
B.K.Tirtha Maharaj: “Ja, meine Definition ist; das ist die einzige Chance“
Die einzige Chance, in welchem Sinne? Initiation in was? Von einem Albtraum zum anderen? Von einem Blödsinn in einen noch größeren? Oder die Einweihung in gewisse Geheimnisse.
Das ist das, wie Sie sagten, jemandem in eine Schule einzuladen und ihn als Studierenden anzunehmen. Das ist wie ein Anfang eines spirituellen Werdegangs, der nie endet.
Manchmal ist das menschliche Bewusstsein in so einer Beschaffenheit und so begrenzt, dass man es nur mit einem noch stärkeren Einfluss verändern kann. Ein Schtiger kann nur mit seiner Sucht wechseln. Seine Schatten folgen ihm. Früher waren Sie süchtig nach schlechten Dingen und jetzt sind Sie süchtig nach Dogmen, das ist dasselbe, nur wurde das Thema gewechselt; Die Methode ist aber gleich geblieben. Ist das wahre Einweihung? Von einem Albtraum zum anderen?
Nein. Wahre Initiation sagt aus, wir sollen mit Aufklärung beginnen. Deswegen ist sie einzige Chance. Manche Autoritäten definieren sie als Wundergeschehen, als Wunder geschehen lassen.
Nun ja, es gibt viele Auffassungen von Wundern, wir denken es ist ein Wunder wenn unsere eigenen Wünsche in Erfüllung gehen. “Ich habe diesen guten Job bekommen, wie Wunderbar!“ oder, “Ich bin einem wunderschönen Mädchen begegnet“ – ein weiterer Albtraum? Nein, nein, kein Albtraum, es ist ein Wunder!
Wissen Sie, da gibt es ein besonderes Tier, die Kama-dhenu. Dhenu bedeutet “Kuh”, und Kama bedeutet “begehren”. Kama-dhenu, “die begehrte Kuh”, ist ein Geschöpf das unbegrenzt Milch produziert. Sie können in der altindischen Kultur sehen, wie Kühe hoch geschätzt wurden, dadurch dass sie Milch geben und Kälber werfen, haben Menschen Kühe sehr fürsorglich behandelt. Die Zeiten sind anders geworden, und manche Leute denken dass die Kühe nur gut sind wenn sie ihr Leben beenden.
Jedenfalls kann Kama-dhenu unbegrenzte Mengen von Milch produzieren, also wenn Sie die besten Lebensmittel haben wollen wie Milch, Ghee, Käse und ähnliches, dann müssen Sie eine Kama-dhenu besitzen. Wissen Sie, Kama-dhenu rennt nicht durch die Berge und sie ist etwas beschränkt, sie gibt nur Milch, und wenn ihre Wunschliste sehr lang ist wird Kama-dhenu sie nicht erfüllen können. Sie werden damit nicht zufrieden sein.
Also kehren wir zurück zur spirituellen Biologie, wir begeben uns in den Wald, um einige andere Arten zu finden, wie den Kalpa-wriksha, den “Wunschbaum”. Der Wunschbaum ist etwas besser, weil er viele verschiedene Wünsche erfüllen kann. Kennen Sie diese alte Geschichte?! Ein Obdachloser war unterwegs und war sehr müde und erschöpft, und wollte sich unter dem Schatten eines Baumes ausrasten.
Und er sagte: „Oh, ich bin so durstig, ich möchte so gern etwas Wasser trinken“, und im gleichen Moment erschien Wasser. “Oh, das ist sehr interessant“, dachte er, “Es ist mir ein Wunder passiert!“ Er trank das Wasser aus, und sagte wieder: “Das Wasser war gut, aber mein Bauch ist leer, ich habe Hunger, ich wünsche mir etwas zu essen!“. Und plötzlich erschien ein großer Teller mit Prasadam vor ihm. Er begann zu essen und wurde bald sehr zufrieden. Auf einmal hat er verstanden; “Oh, ich sitze unter dem Wunschbaum, sehr gut, eine gute Wahl“, und sagte dazu: “Jetzt bin ich zufrieden, nun, es wäre noch besser wenn mir jemand eine Massage machen würde“.
Und er äußerte seine Wünsche, und viele Dinge haben sich bald angehäuft, Familie, Knechte, Tiere, Häuser… Alles erschien vor ihm. Letztendlich fühlte er sich wie ein König. Und sagte: “Ah, jetzt bin ich so stark, ich könnte mit dem Tiger kämpfen!“ Und selbstverständlich, erschien ein Tiger vor ihm.
Also, ein Wunschbaum ist weit besser als Kama-dhenu, weil er verschiedene Wünsche erfüllen kann. Nächstes mal, wenn Sie einen Ausflug nach Vitoscha machen, und sich unter den Wunschbaum niedersetzen, nehmen Sie doch eine kleine Rast… bevor ein Tiger kommt.
Es gibt noch eine weitere Wunderquelle, und das ist der “Chintamani-Stein”. Der Chintamani-Stein ist etwas besonderes, denn was auch immer mit ihm in Berührung kommt, wird in Gold verwandelt. Und das kommt sehr gelegen, denn mit dem Gold können Sie machen was Sie wollen und Sie können alles haben. Und dazu grenzenlos, weil Sie Gold in Unmengen besitzen können.
Nun, beim Chintamani-Stein gibt es doch eine einzige Beschränkung – er kann keinen zweiten Chintamani umwandeln. Kein neuer lässt sich produzieren. Das ist seine Schwäche.
Also, wenn Sie ein spirituelles Erwachen wünschen, gehen Sie nicht zur Kama-dhenu, sitzen Sie nicht unter den Wunschbaum Kalpa-vriksha, seien Sie nicht mit dem Cintamani-Stein zufrieden, weil alles das ihrem Wunsch nach Wundern nicht erfüllen kann. Für eine spirituelle Transformation brauchen wir einen spirituellen Chintamani-Stein.
Reine Gottgeweihte sind nicht unbefristet, man kann keinen neuen Gottgeweihten „kreieren“. Deswegen sind wir auf der Suche nach ihrer Gesellschaft – Gemeinschaft mit reinen Heiligen. Sie können unseren rostigen eisernen Verstand ins Goldherz verwandeln. Sie können spirituelle Wahrheit so darstellen, dass wir zu glauben beginnen, dass das Wunder existiert. Initiation ist diese Transformation. Das ist eigentlich ein Prozess, in dem ein Guru sein Wissen an seine Schüler verteilt. Spirituelles Wissen bedeutet, dass Sie die Macht über die eigene Seele gewinnen, Sie gelangen zu spiritueller Einheit, Sie erlangen Atman, Selbstidentität. Und der hingebungsvolle Dienst zeigt ihre Ergebenheit zur Selbstkontrolle. Der Guru übergibt das göttliche Wissen über sich selbst verstehen, sich selbst kontrollieren können, disziplinieren…
Er zeigt uns wie man sich hingibt mit diesem angeeigneten Selbst!
Deswegen ist das die große Chance für uns, und wir sollen diese Gelegenheit ergreifen. Sie ist uns gegeben, und wenn wir sie verpassen, wenn wir sie nicht nützen, dann sind wir einfach Narren. Einweihung bedeutet auch, dass wir uns immer mehr dem Ideal unseres Meisters nähern. Jeder aufrichtige Sucher wird, nach Gottes Anordnung unter dessen Schutz stehen. Ich aber, würde jedem der vor diese Entscheidung steht, nochmal eine Selbstprüfung empfehlen – Falls Sie in der Lage sind. Wenn Sie das Gefühl haben “Ja, ich bin in der Lage“, dann machen Sie es nicht!
Aber, wenn Sie das Gefühl haben: “Nein. Ich bin nicht qualifiziert!“, dann werfen Sie sich in den Staub der Lotusfüßen ihres spirituellen Meisters. Das Gefühl, nicht qualifiziert zu sein ist die Qualifikation – aber Vorsicht, nicht sich selbst disqualifizieren, das ist was anderes.
Man sagt, vielleicht ist das Wunder keine Realität, aber die Realität ist sicher ein Wunder. Die einfache Wirklichkeit die wir haben, ist ein Wunder, aber nur dann wenn wir göttliche Berührung sehen.
Vortrag von B.K. Tirtha Maharaj
Am 25.2.2007, Sofia



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