Sharanagati

Collected words from talks of Swami Tirtha




(Aus einem Vortrag von Swami Tirtha, 04.01.2019, vormittags, Sofia)

(Fortsetzung vom letzten Freitag)

Wenn wir also unserem Handeln ein wenig Hingabe hinzufügen, wird Karma zu Karma-Yoga. Doch wie können wir dann unser Wissen, unsere Gyana, in Gyana-Yoga verwandeln? „Znanie“[1] hat die gleiche Wurzel wie Jnāna. Wie lässt sich daraus also eine Verbindung herstellen? Verwendet dieselbe Methode – fügt etwas Hingabe zu eurem Wissen, und es verbindet euch mit dem Höchsten. Wenn wir also Bhakti zu unserem Wissen hinzufügen, wird es zu Gyana-Yoga. Dann wird euer Handeln gereinigt. Und auch euer Wissen wird gereinigt. Was haben wir sonst noch in diesem menschlichen Leben? Wir haben ein wenig Hingabe. Doch wie können wir unsere Hingabe in absolute Hingabe verwandeln? Was passiert, wenn ihr Bhakti zu eurem Bhakti hinzufügt? Dann wird es zu Super-Bhakti. Aber das ist kein Scherz. Wenn wir unsere alltägliche Hingabe, unsere alltägliche Praxis mit diesem intensiven Gefühl der Hingabe erfüllen, dann wird daraus ein Leben auf höherer Ebene der Hingabe.
Wir können sagen, dass Handeln, Karma, im Allgemeinen für jeden da ist. Jeder steht unter dem Einfluss des Handelns. Jeder muss arbeiten, jeder muss aktiv sein – auf die eine oder andere Weise. Und wer aktiv ist, zieht die Konsequenzen seines Handelns nach sich. Aktion-Reaktion. Erinnert euch an euren Physikunterricht, als der Lehrer diese hängenden Bälle hatte und einen Ball an einem Ende bewegte, der die ganze Reihe traf, und am anderen Ende bewegte sich der letzte Ball. Aktion – wir wissen nicht, wie es passiert, aber die Reaktion wird kommen. Wie viele Millionen Leben lang waren wir aktiv? Denkt nur nach. Und dann seid ihr überrascht, dass es Reaktionen gibt? Bitte, meine Lieben, wundert euch nicht, dass bestimmte Reaktionen in eurem Leben eintreten. Karma ist also für jeden da. Jeder steht unter dem Einfluss von Aktion und Reaktion. Materielle Handlung – materielle Folgen.
Vikarma oder sündiges Handeln – das ist ein eingeschränkter Fall. Einen Menschen durch Zufall oder Fahrlässigkeit zu töten, ist ein schwerwiegender Fall, hat aber einige Entschuldigungen. Tötet man jedoch jemanden mit einem vorherbestimmten Ziel und unter besonderer Folter, ist die Strafe viel härter. Dasselbe gilt auch, wenn wir gegen die Naturgesetze, gegen den göttlichen Willen des Höchsten verstoßen – es tut mir leid, das ist eine sündige Handlung, und dann müsst ihr mit härteren Folgen rechnen.
Was können wir dann tun? Wir können Handeln im Allgemeinen nicht vermeiden. Denn Atmen zum Beispiel – das ist Handeln. Was ist mit den Mikroben, die wir einatmen? Wahrscheinlich werden einige davon abgetötet. Es gibt also Aktion und Reaktion. Wir können nicht völlig darauf verzichten. Aber wir können sündiges Handeln aufgeben – das können wir.
Kommentar: In der Bhagavad Gita fragt Arjuna Krishna: „Warum muss ich meine Verwandten töten?“ Und Krishna antwortet: „Ich habe sie bereits getötet, du bist nur das Instrument.“
Swami Tirtha: Das stimmt. Aber es gibt noch einen anderen Fall. Wenn ein ergebener Anhänger Mahaprabhus fragt: „Warum sollte ich all diese gefallenen Seelen befreien?“, antwortet er: „Ach, es ist bereits vollbracht, du bist nur ein Instrument.“
Wisst ihr, es ist etwas schwieriger, eine gewalttätige Handlung richtig zu verstehen. Dennoch müssen wir uns entscheiden, ob wir auf sanfte oder auf gewalttätigere Weise ein Instrument der göttlichen Absicht sein wollen. Ich entscheide mich für die sanfte Alternative. Das bedeutet aber, dass letztendlich alles unter göttlicher Kontrolle steht und nichts unabhängig von diesem göttlichen Willen ist.
Wenn wir also Handlungen im Allgemeinen nicht aufgeben können, aber sündige Aktivitäten aufgeben können, dann können wir die Ebene des Akarma erreichen. Nicht eine einfache Handlung – Karma, nicht sündige Aktivitäten – Vikarma, sondern Akarma – Handeln ohne Reaktion. Praktisch gesehen können wir sagen, dass dies Nicht-Handeln ist, weil es keine Reaktion gibt. Handeln erkennt man an den Reaktionen, nicht wahr? Man sieht nicht den ersten Ball, aber man sieht den letzten Ball; also kann man an der Reaktion erkennen, dass am Anfang eine Handlung stand. Aber wenn es keine Reaktion gibt, ist das das wahre Geheimnis des Handelns. So zu handeln, dass es keine schlechten Reaktionen gibt und auch keine guten – nur transzendentale Reaktionen.

(Fortsetzung folgt)

1 „Wissen“ auf Bulgarisch



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